Anja Wacker

Die Seen sehen. Aus verschiedenen Blickwinkeln. Zu verschiedenen Jahres- und Tageszeiten. Bei Sonnenschein, im Nebel, bei Regen oder im Schnee. Verwunschen, mysteriös, klar oder unerwartet. 

Urlaub.

Nicht am anderen Ende der Welt, sondern um die Ecke. Echt jetzt? Ja. Muss ja. Muss? Oder ist es sogar eine Chance, mal Sachen zu entdecken, die mir sonst nicht auffallen? Die Nischen und versteckten Wege. Oder einfach mal querfeldein. Aber ich kenn hier doch alles. War schon tausendmal am Cossi. Drum herum gejoggt, spaziert, geinlinert, geradelt und durchschwommen. Kenn jede Kurve des Weges, jede versteckte Badestelle, jeden Baum am Wegesrand. Weiss, wie der Kaffee im Hafen schmeckt. Selbst die Esel, Bisons und Hirsche in ihren Gehegen grüßen mich schon.

Dann halt zu den Nachbarseen. Zwenkauer, Störmthaler, Markkleeberger See. Die sind aber auch nicht mehr ganz taufrisch, sind umrundet und angebadet. Also zurück zum Cossi. Zum Schwan, der zur Begrüßung zu mir ans Ufer kommt und in die Taschen schaut, ob nicht doch etwas zu futtern drin ist. Zum Wildschwein, dass früh morgens den Rundweg kreuzt und zur Vollbremsung zwingt. Zur Stille Abseits der genormten Zeiten. Zu den Menschenmassen am Wochenende. Und zu den Segelbooten, Kitesurfern, Stand Up Paddlern. Zu den laut im Wind klirrenden Wanten der Masten der Boote. Zum herrlichen Wasser. 

Ach Cossi. Dich mag ich. Du Lieblingssee. 

Morgens, wenn man fast alleine am See ist...

das Wasser ganz still ist, kein Wind geht und der Trubel des Sommers noch ein paar Stunden weg ist.

Wenn die Möwen kreischen

und du denkst, du bist an der Ostsee. Dabei liegst du am Cossi am Strand...

Hafen Pier1, kurz vor Sonnenaufgang

Morgens die atemberaubende Ruhe am See und den immer wieder unbeschreiblichen Anblick der aufgehenden Sonne genießen. Unbezahlbar...

Immer wieder schön anzusehen...

feuerrot blühender Mohn am Cospudener See. 

Morgens, wenn es am See menschenleer ist

und du die Stille hören kannst. Der Nebel schmiegt sich über den See und versperrt den Blick in die Ferne. Unendlichkeit. Ruhe. Der Horizont fängt vorsichtig an, in Farben zu leuchten, die aussehen, als wären sie gemalt. Dann plötzlich das Schlagen von Flügeln. Dieser majestätische Anblick. Schwäne im Sonnenaufgang am Cospudener See.

Flauschiger Nachwuchs

erobert die Seen rund um Leipzig. Immer wieder niedlich anzusehen. Ausgewachsen können die Höckerschwäne dann eine Körperlänge von bis zu 160 cm und eine Flügelspannweite von 240 cm erreichen. Damit ist der Höckerschwan der größte heimische Wasservogel. 

Nach dem Regen kam die Sonne

und zauberte einen wunderschönen Regenbogen über den Cospudener See. 

Es ist Frühling an den Seen

und das fast ohne uns. Für kurze Augenblicke den Frühling genießen zu können, ist gerade jetzt in dieser seltsamen Zeit unbezahlbar.

Auch wenn die Zeit irgendwie still zu stehen scheint

und ein seltsames Gefühl vorherrscht, irgendwann haben wir diese Zeit überstanden und dann kehrt endlich wieder Leben an die Seen. Wir werden die Häfen bevölkern, die Boote kapern, Eis essen, baden gehen und das Leben einfach nur genießen. Bleibt alle gesund. Wir seen uns. 

Wenn sich der Januar frühlingshaft anfühlt,

dann ist man am Cospudener See. Einfach die Sonne genießen und ihr beim Untergehen zuschauen.