Reinhard Ihle: "Eine Wanderung rund um den Kulkwitzer See"

Wir treffen uns an der Ampelkreuzung am Leipziger Ortsausgang der B87, hier kreuzen die Lützner Straße und die Straße am See. Für unsere etwa 2 bis 3 Stunden dauernde Wanderung sind wir gut gerüstet und los geht unser Weg, zuerst noch auf dem Fußweg der parallel zur Bundesstraße liegt und uns in das Erholungsgebiet Kulkwitzer See führt.

Endlich wird es ruhig, der Lärm der Großstadt verstummt und wir tauchen in eine grüne Oase. Die Straße in das Erholungsgebiet führt uns zu einem beliebten Ausflugsziel, zahlreiche Gäste aus nah und fern kommen jedes Jahr hierher.
Kaum einer der ankommenden Gäste registriert, das die Einfahrtsstraße, die heute geradewegs zum See führt, die alte Straße 87 war, deren Straßenführung durch den Kohleabbau einst verlegt werden musste. Wer gute Augen hat, erkennt an der Brücke, die über das kleine Flüsschen „Zschampert“ führt, an der rechten Mauer noch die alte Straßenkennzahl „87“.

Die nunmehr vor uns befindliche Schranke, die eigens für uneinsichtige Autofahrer aufgestellt werden musste, passieren wir durch einen Durchgang, der für Fußgänger, Radfahrer, aber auch für Rollstuhlfahrer stets offen ist. Wer sich erst einmal einen Grobüberblick über das gesamte Gebiet verschaffen will, findet rechterhand einen Lageplan.

Links sehen wir das wohl bekannteste Wahrzeichen des Kulkwitzer See´s. Die alte Frieda liegt hier vor Anker. „Frieda“, einst als Lastkahn auf der Saale schippernd, wurde im Jahre 1972 in Teilen zerlegt zum Ufer des Kulkwitzer See´s gebracht und hier auf dem Trockendock wieder zusammengebaut. Trocken blieb es hier aber nicht lange, denn unter dem Namen „MS Leipzig“ wurde es als Schiffsgaststätte eingerichtet. Zwischenzeitlich beherbergte das Schiff unter dem   asiatischen Schiffsnamen „Dschunke“ viele Jahre ein chinesisches Spezialitätenrestaurant. Nach einem Brand im Jahr 2003 wurde es neu aufgebaut und anschließend unter dem Namen „La barca“ als italienisches Restaurant geführt. Im Jahre 2007 wurde das Schiff von Piraten geentert, als Piratenschiff umgestaltet und empfängt seine Gäste heute unter dem Namen „Santa Anna“ und der Piratenflagge.
 
Vor uns steht ein kleiner Bruder der ansonsten an den Weltmeeren unentbehrlichen Leucht-türme, ob er den Weg für die alte „Frieda“ gewiesen hat mag wohl keiner zu sagen, uns dient er jedenfalls als Ausgangspunkt für unsere Tour rund um den „Kulki“, so nennen die Stammgäste und Anwohner liebevoll ihren Kulkwitzer See.

Los geht´s, wir biegen nach rechts ab und gehen ein kleines Stück den Strandweg entlang, am Ufer tummeln sich bei Sommerwetter zahlreiche Badegäste. Nach einer leichten Rechtskurve verlassen wir den asphaltierten Weg und bleiben auf der seeumführenden Strecke. Eine kleine Pause gönnen wir uns hier in der Kurve, um den Wakeboardern und Wasserskisportlern auf der Wasserskipiste zuzuschauen. Wir gehen weiter, stellenweise wird es jetzt etwas eng, denn der Weg auf der Krone der Nordböschung des See´s ist teilweise recht schmal, wir können manchmal nur hintereinander gehen denn auch Radfahrer nutzen diesen Weg.

 


Obwohl rechts von uns der Straßenlärm und der starke Straßenverkehr der B 87 dominieren, fühlen wir und davon wenig berührt, eigenartig, denn die vielen Bäume und wild wachsenden Büsche und Sträucher durch die wir gehen und die Weite des links neben uns liegenden und silbern glitzernden See´s ziehen uns so in den Bann, das die Straße neben uns kaum registriert wird.

Etwa 2 km gehen wir diesen Weg, ab und zu tauchen im Sommer ein paar uneinsichtige Nackedeis auf, die, obwohl hier das Baden verboten ist, die idyllischen Plätzchen an der Nordböschung für sich zum sonnen und baden beanspruchen.

Es wird etwas lichter auf unserem Weg, rechts sehen wir ein Domizil des Anglerverbandes. Hier treffen sich „Petris Jünger“, also diejenigen, die mit dafür sorgen, das im Kulkwitzer See auch immer die richtigen Fische schwimmen und somit auch der Angler seine Freude und Entspannung findet. Übrigens berichten immer wieder viele Taucher von einem interessanten Fischbestand, von Riesenkarpfen, Hechten Zandern und zahlreichen anderen Fischarten bis hin zu Welsen über 1,50 m Größe.
 
Unschwer ist zu erkennen, dass das vor uns liegende Ufergelände mit einigen Bungalows, einer Bootslip-Anlage, einem Bootssteg und zahlreichen Schiffsutensilien von Segelfreunden beherrscht wird. Was wäre ein im Sonnenlicht silbern schimmernder See unter einem strahlend blauen Himmel, wenn nicht die weißen oder bunten Segel auf dem Wasser umhertreiben würden.

Den  nunmehr vor uns auftauchenden Parkplatz meiden wir und biegen nach links, also immer am Seeufer entlang. Wir erreichen das im Jahr 2007 neu errichtete Strandbad Markranstädt mit dem Schwimmsteg auf dem See. Die maritime Atmosphäre des Strandbades mit einem herrlichen Blick über den See, hinüber zum Schiff und zum Leuchtturm, unserem Ausgangspunkt, sollten uns veranlassen, einmal eine kleine Wanderpause einzulegen und vielleicht daran zu denken, dass hier einstmals ein großes, tiefes Erdloch war, in denen sich große Bagger durch die Erdmassen bissen und Braunkohle abgebaut wurde. Noch bevor die Kohle hier im Tagebau aus der Erde gegraben wurde, standen in den 60er und 70er Jahren des 19. Jahrhunderts in diesem Gebiet Fördertürme, die die Bergleute in den Schacht brachten, denn zum Beginn des Kohleabbaus wurde hier unter Tage gearbeitet.

Nach unserer kleinen Rast wandern wir weiter auf dem nunmehr manchmal recht holprigem Weg, vorüber an der Wassersportausbildungsstätte der Universität Leipzig und dem Kanu- und Freizeitzentrum Markranstädt. Mit etwas Glück können wir kurz beim Training der Kanuten zuschauen.

Unser Weg führt uns jetzt leicht nach links, mit etwas Puste und kräftigen Waden schaffen wir mühelos die kleine Anhöhe hinter der sich das Wäldchen auf der ehemaligen Hochkippe befindet. Bei einem Blick zurück sehen wir die zahlreichen roten Dächer, den Wasserturm und die Kirchturmspitze des Städtchens Markranstädt. Im Heimatmuseum dieser Stadt findet man noch viele interessante Informationen aus der Region und der „Kohlezeit“.

Wir befinden uns jetzt in den wohl ruhigsten Uferbereichen des Kulkwitzer See´s. Hier lohnt es sich, auch mal stehen zu bleiben, tief Luft zu holen und in die Natur zu horchen. Die ehemalige Hochkippe des Braunkohletagebaus wurde nach Ende des Kohleabbaus aufgeforstet, bedauerlicherweise nur mit Pappelgehölz. Doch die Natur half sich hier in erstaunlicher Art und Weise selbst.

 Die einstige Pappel-Monokultur entwickelte sich zu einem vielartigen Baumbestand, verschiedene Sträucher und Gräser besiedelten das Terrain, so dass man heute hier ein schönes Stück Natur vorfinden kann. Auf einer Lichtung lohnt es sich die Decke auszubreiten und eine weitere Wanderpause zu machen. Alle einheimischen Vögel sind hier inzwischen zu Hause, an die Zeit des Kohlebergbaus erinnert rein gar nichts mehr. Wer jedoch den Hauptweg verlässt kommt der Vergangenheit etwas näher, denn hier findet sich noch altes unbewachsenes Kippengelände. Dieses Gelände diente zeitweise auch als Ascheablagerung für das nahegelegene ehemalige Kraftwerk Kulkwitz, daher die stellenweise recht seltsame Färbung.

In einer zierlichen, recht dünnen Schlängellinie rieselt Wasser durch dieses Gebilde, verfolgt man es bis zu seinem Ursprung, kommt man an eine kleine Quelle, aus der, zwar recht mager, aber immerhin frisches Quellwasser kommt.

Rund um diese Quelle sieht es recht urwüchsig aus, ist es auch. Hier sind inzwischen Frösche und andere Echsenarten zu Hause. Wir merken, im Gebiet der Hochkippe hat sich die Natur das zurück erobert, was ihr der Mensch zur Zeit des Kohleabbaus geraubt hat.

Und das ganz Besondere ist, hier blühen zwei Orchideenarten, die eine ist die vielleicht etwas bekanntere, der „Frauenschuh“ und die etwas unbekanntere und seltenere Art ist das „bleiche Waldvöglein“. Wie diese Pflanzen hierher gekommen sind und wie sie sich auf dem kargen Boden halten, bleibt das Geheimnis der Natur.

Unser Weg führt uns weiter durch das Waldgebiet, links von uns wird es etwas unheimlich, dichtes, teilweise recht sumpfiges Gebiet erinnert uns an Märchenwälder mit Hexen, Feen und Geistern. Doch hier herrschen keine derartigen Wesen, dieses Gebiet ist der ideale Platz für allerlei Wasservögel, insbesondere die Blesshühner haben hier ihr Domizil.

Es wird sonnig und hell, die Baumkronen über uns verschwinden und wir kommen auf den Parkplatz in Göhrenz an. Das vor uns zu sehende kleine Gebäude beherbergt die Tauchsportfreunde der Tauchschule „Florian“, am nahegelegenen Strand befindet sich eine der drei Einstiegstellen für Taucher.

Wir biegen nach links, kommen an einen Kiosk, der unerklärbarer weise „Bratstübl“ heißt, vorbei und bleiben auf dem oberen Weg. 500 m geradeaus, wieder geht es nach links um den See. Jetzt liegt vor uns eine weitere Holperstraße, die uns unserem Ausgangspunkt näher bringt. Rechterhand vor uns sehen wir zahlreiche Bungalows, sie gehören zum Feriendorf Lausen. Der Weg, der uns bis dorthin führt, liegt oberhalb der sogenannten Südböschung des Kulkwitzer See´s. Rechts neben uns liegt das Bett des hier meistens trockenen „Zschampert“. Dahinter führt die stillgelegte Bahnlinie nach Lützen entlang. Diese Strecke war, in den Zeiten, als hier noch Züge fuhren, keine besonders wichtige Strecke. Nicht umsonst wurde sie im Volksmund scherzhaft mit „Lausen- Lützen- Lond´n“ bezeichnet. Vielleicht wird diese Strecke einmal zu einem Rad- oder Wanderweg erschlossen.

Doch jetzt, Bergbewohner bitte nicht lachen, geht’s hinunter ins Tal und anschließend sofort  steil bergauf auf den Strandweg. Auf diesem geht man weiter, rechterhand lädt die Gaststätte „Seeblick“ ein. Der dort befindliche Freisitz hat durch seine herrlichen Hängegeranien in jedem Sommer auch den Namen „Blumenoase vom Kulkwitzer See“.

Auf unserer Wanderung begegnen wir jetzt wieder einem alten Zeitzeugen, der vor uns stehende und nicht zu übersehende rote Ziegelbau stammt aus der Zeit, als es an dieser Stelle noch mit viel Technik um den Abbau bzw. die Förderung der Braunkohle ging. Hier schlug einstmals das Elektroherz des Tagebaus. Hinter den roten Ziegelsteinen dieses Gebäudes standen die Transformatoren, von hier aus wurde der Tagebau mit Strom versorgt. Viele Jahre diente dieses Gebäude, das eigentlich der einzige richtige Zeuge der Kohlezeit ist, nur als Lagerhalle.

Es gab viele Ideen, wie dieses Gebäude genutzt werden könnte. Angefangen von dem Gedanken hier eine Jugendherberge unterzubringen, über die Möglichkeit einen Sportstützpunkt zu errichten, bis hin zu einem Gaststättenstandort. Allerdings blieben das alles nur Träume und Seifenblasen, zu DDR-Zeiten fehlte das Material, nach der Wende die finanziellen Mittel. Doch Anfang des Jahres 2005, nach rund 35 Jahren einer unbedeutenden Nutzung dieses Hauses, begann nun doch ein Traum Wirklichkeit zu werden.
Die LeipzigSeen Projektmanagement GmbH, die seit April 2004 das gesamte Gebiet des Zweckverbandes Erholungsgebiet Kulkwitzer See bewirtschaftet, begann mit dem  Ausbau des Roten Hauses. Seit dem Sommer des Jahres 2005 lädt hier nun ein Strandcafé mit einer herrlichen Terrasse zum Verweilen ein.  Gegenüber toben ausgelassen die kleinen Gäste auf dem Spielplatz mit überdimensionalen Wassertieren aus Beton.

Unser Rundweg führt uns nunmehr vorüber am Tauchstützpunkt, hier hat der Tauchsportverein  „Delphin“ mit Tauchschule seinen Sitz. Ebenso wie bei der Tauchschule „Florian“ in Göhrenz beherrschen an dieser Stelle die Taucher das Strandbild, hier befindet sich eine weitere Einstiegstelle für Taucher. Der Kulkwitzer See gehört aufgrund seiner hervorragenden Wasserqualität zu den besten Tauchgewässern Mitteldeutschlands. Taucher aus ganz Deutschland kommen jedes Jahr gern hierher, um die Unterwasserwelt eines ehemaligen Braunkohletagebaus zu sehen. Für viele Taucher gibt es auf dem Grund des See´s eine Überraschung, denn wer auf der Suche nach alten Bergbaugeräten ist findet plötzlich den Rumpf eines Flugzeuges. Dieses ist hier nicht etwa in den See gestürzt, nein es wurde eigens als Attraktion für die Tauchsportler von den Tauchsportfreunden von „Delphin“ in den See gebracht. Selbstverständlich wurde es dazu so vorbereitet, dass der See keinen Schaden nimmt. Im Frühjahr 2005 kam eine weitere Attraktion zum Flugzeug hinzu, ein Schiffskörper wurde versenkt, damit nimmt der Unterwasser-Technik- Park langsam Gestalt an.

Zum Freizeitangebot am See gehört die nunmehr rechterhand vor uns befindliche Minigolfanlage, hier kann Minigolf oder auch Tischtennis gespielt werden. Für alle hungrigen oder durstigen Besucher bietet die rechts stehende „Strandhütte“ Speisen und Getränke an. Noch zwei drei Schritte weiter, links am Ufer liegen die Ruderboote und Wassertreter des Bootsverleihs. Wer also schon hier seine Wanderung um den See beenden möchte und noch mal auf den See hinaus rudern will, kann sich hier ein Boot ausleihen und „in See stechen“.

Unser Weg ist allerdings noch nicht ganz zu Ende, führt uns aber  immer näher an unseren Ausgangspunkt. Links sehen wir schon die Halbinsel, die bereits seit 1973 von den Dauercampern „besetzt“ ist. Anfangs kamen die Campingfreunde noch mit einfachen Zelten, dann wurden daraus die sogenannten Leinwandvillen und heute dominieren natürlich, wie auf allen vergleichbaren Campingplätzen, Wohnwagen aller Arten und Größen. Sehr viele der im Sommer hier wohnenden Dauercamper sind von Anfang an dabei und können sich ein Leben ohne ihren „Kulki“ gar nicht mehr vorstellen.

Schweift unser Blick weiter nach rechts über den See werden Erinnerungen an die letzten Urlaubsgrüße oder auch einen Aufenthalt in Skandinavien wach, denn wir erkennen  wunderschöne bunte Ferienhäuser im skandinavischen Stil. Diese Häuser gehören zum Ferienressort, komfortable Ferienwohnungen können hier für die schönsten Tage des Jahres oder aber auch für den kleinen Urlaub zwischendurch gemietet werden.
 
Wir wandern auf dem Strandweg weiter, doch halt, wer sich etwas in die Höhe begeben will, um sich vielleicht den Kulki mal von oben betrachten möchte, der erklimme die Höhen des sogenannten Rodelberges. Ein nach rechts abbiegender Weg führt uns nach oben, vorbei an einem überdachten Rastplatz, direkt bis zur Plattform des 135 m (NN) hohen Berges. Er gehörte ursprünglich nicht hierher und entstand mit dem Bau des Wohngebietes Leipzig-Grünau, er wurde also schlicht und einfach aufgeschüttet.

Sportlich nicht so trainierte Leute sind etwas außer Atem und hoffen auf einen Traumblick, aber leider ist die Sicht von hier oben nicht ganz so wie erwartet, aber was solls, wir sind nicht in den Bergen, wo wir aufgrund der zu erwartenden Fernsicht in die Höhe steigen. Trotzdem, einen kleinen Überblick über die Leipziger Ortsteile Grünau, Lausen und Miltitz bis hin nach Markranstädt gibt es doch.

In den Wintermonaten, wenn hier im Leipziger Land wirklich mal Schnee liegt, wird der Berg natürlich seinem Namen gerecht und wird dann wirklich zum Rodelberg. Viele Kinder des nahegelegenen Wohngebietes tummeln sich dann hier mit ihren Schlitten. Wenn der See dazu dann noch zugefroren ist, geht die rauschende Schlittenfahrt oben vom Berg, über den Strandweg bis hinunter auf´s Eis.

Wir haben keinen Schlitten dabei und es liegt auch kein Schnee, so dass wir den Rodelberg hinunter zum Strandweg laufen müssen. Unser Wanderweg um den Kulkwitzer See führt uns vom „Berg“ kommend nach rechts, weiter den Seeweg entlang. Der Verlauf des Weges führt nach links,   wer jedoch wild darauf ist seine eigenen Mutgrenzen zu testen sollte sich nach rechts zum TWID- Hochseilgarten begeben. In luftiger Höhe kann man sich hier austesten und Stress abbauen. Unser Wanderweg führt uns aber wie gesagt nach links, die linkerhand befindliche Schranke bitte beachten, es ist die Ausfahrtsstraße vom Campingplatz. In dem blauen Holzhaus befindet sich eines der modernen Sanitärgebäude für die Camper.
Rechts neben uns, hinter dem kleinen Erdwall rinnt der „Zschampert“, vorausgesetzt es hat in den letzten Tagen geregnet.  Die meiste Zeit ist das Bett dieses Flüsschens hier leider trocken, ein bedauerliches Schicksal von dem jedoch nicht der gesamte Lauf betroffen ist. Seit Herbst 2006 kann durch ein unterirdisches Rohr eine freie Ableitung des Wassers vom Kulki in den Zschampert erfolgen, so hat der Zschampert wenigstens ab hier wieder etwas Wasser. 

Die nun folgende, hinter dem blauen Gebäude  linkerhand befindliche Straße, biegen wir nach links ab. Vor uns steht, ein rotes mit Holz verkleidetes Haus, es beherbergt die Rezeption des Campingplatzes und auch die Büroräume von LeipzigSeen GmbH.
Da wir heute nur als Wanderer unterwegs sind, brauchen wir uns in der Rezeption nicht anzumelden und setzen unsere Wanderung vor dem Eingangstor zum Campingbereich nach  rechts in Richtung Schiffsgaststätte fort.

Wir kommen geradewegs zum Wasser, der typische Lärm und Trubel eines Strandbades wird immer deutlicher.  Wir kommen vorüber am Wasserrettungsturm, hier sind im Sommer bei Badewetter die Rettungsschwimmer des DRK anzutreffen, sie sind in erster Linie da, um bei Problemen im Wasser zu helfen, wer sich jedoch bei seiner Wanderung Blasen an den Füßen geholt hat, bekommt natürlich auch mal ein Heftpflaster.

Rechts vor uns liegt eine kleine Oase der Natur, ein Biotop. Dieses entstand Anfang der 90er Jahre. Der steigende Wasserstand drückte auf die einstige Senke und füllte diese mit Wasser. Auch hier wurde die Natur aktiv, Schilfbewuchs in den Randbereichen und das Quaken der Frösche sind hier nicht mehr wegzudenken.

Strahlender Sonnenschein liegt über dem Kulkwitzer See, kein Wölkchen am Himmel. Sonnen-und Wasseranbeter tummeln sich hier am Strand. Die Musik des nahegelegenen Freisitzes am Schiff vermischt sich mit dem Lärm und Trubel des Strandes. Der Leuchtturm vor uns steht unberührt von all dem Trubel, was er uns jetzt zu sagen hat ist, wir sind am Ende unsere Wanderung rund um den Kulkwitzer See.


(überarbeitete und aktuelle Fassung, Leipzig Oktober 2007)