Expertise vom 15.10.2010 zur Wasserqualität
Der Zweckverband Kulkwitzer See hat im Frühjahr eine Expertise eines wissenschaftlichen Labors zur Einschätzung der Wasserbeschaffenheit des Kulkwitzer Sees beauftragt. Anlass waren übertriebene und fachlich nicht fundierte Berichte über die angeblich schlechte Wasserqualität des Sees in der BILD-Zeitung.
Nun (15.10.2010) liegt das Gutachten des Boden- und Grundwasserlabors Dresden vor. Die Expertise von Frau. Dr. Guderitz umfasst vor allem eine Analyse aller vorhandenen Messdaten und Entwicklungsaufzeichnungen des Sees, die viele Jahre zurück reichen. Dies betrifft insbesondere den Hydrochemischen Zustand des Sees, den Sauerstoffhaushalt, Nährstoffkonzentrationen, die biologischen Besiedlungskomponenten und das für den See so ausschlaggebende Phytoplankton und Zooplankton.
Teil des Auftrags war es auch, konkrete Aussagen zur Sichttiefe und zum Lichtklima im See zu machen und Empfehlungen für die Bewirtschaftung des Sees zu geben, die für die Erhaltung einer guten Wasserqualität und einer guten Sichttiefe für die Taucher förderlich sind.
Während die Auswertung des Gutachtens im Zweckverband begonnen hat, kann man vorab die ersten Kernaussagen festhalten. Zum einen ist und bleibt der Kulkwitzer See eines der saubersten Gewässer des Leipziger Neuseenlandes und ist weiterhin auch deutschlandweit eines der besten Tauchgewässer. Veränderungen der Sichttiefen und der Wasserbeschaffenheit sind seit Jahren schon in jahreszeitlichen Schwankungen zu beobachten und treten vor allem im Frühjahr und Herbst auf und sind Ergebnis zeitweise auftretender Prozesse wie Calzitausfällungen und Planktondichte. Der harte Winter 2009/2010 könnte sich für die Sichttiefe im Frühjahr dieses Jahres negativ ausgewirkt haben.
Zur Förderung der Wasserqualität des Kulkwitzer Sees wird angeregt, zum einen das Monitoring, also das Messen und Erfassen der Gewässerdaten zu verstetigen und inhaltlich auszuweiten (Grundwassermesstellen wieder in Betrieb nehmen, horizontale Sichtweiten messen...) und zum anderen grundsätzlich eher schädliche Dinge mit mehr Nachdruck zu vermeiden, also das Füttern von Wasservögeln unterbinden oder andere Nährstoffeinträge zu minimieren, die Befischung des Sees im Auge zu behalten oder den Wasserstand nicht weiter ansteigen zu lassen.
Der Zweckverband wie auch das Amt für Umweltschutz werden in Auswertung des Gutachtens im Winter weitere konkrete Ergebnisse der Expertise vorstellen und Schlüsse für die Bewirtschaftung des Sees ziehen.