Geschichte des Hainer Sees
Das Leipziger Neuseenland ist Teil des größten Landschaftswandels Europas.
Aus ausgekohlten Braunkohletagebauen werden Seen und bilden in Mitteldeutschland und der Lausitz große Seenplatten. Hier entwickeln sich, umgeben von Großstädten wie Leipzig, Halle, Dessau maritime Wassersport- und Tourismusgebiete mit ungeahnten Möglichkeiten.
Das Abbaufeld des eheamilgen Braunkohletagebaues Witznit liegt im Bornaer Braunkohlerevier im Süden der Leipziger Tieflandsbucht.
Der Tagebau Witznitz II entwickelte sich ab 1942 aus dem im Jahre 1922 begonnenen Aufschluss des Tagebaues "Dora- Helene II". Er war als Kohlelieferant Nachfolger des Tagebaus Witznitz I (heute Speicherbecken Witznitz), der 1911 erschlossen wurde und 1944 seine Förderung einstellte.
1912 wurde ein elektrischer Eimerkettenbagger in Betrieb genommen, 1913 erfolgte die
Inbetriebnahme der Brikettfabrik Witznitz. Erste Ortschaften wurden bis 1944 umgesiedelt, mehr und mehr Großgeräte zum Abbau und zur Förderung wurden eingesetzt. Weitere Ortschaften wurden im Zeitraum 1960-1973 umgesiedelt.
1991 begannen nach der Stundung verschiedener Abraumschnitte erste Sanierungsmaßnahmen. 1993 wurde die endgültige Stillegung des Tagebaus festgelegt. Es folgte die Verschrottung und Umsetzung von Großgeräten. Bis 1998 erfolgte die endgültige Demontage der Geräte, der Abbruch von Gebäuden und Stellwerken, Rekultivierungsmaßnahmen und Aufforstung von Flächen zwischen Kahnsdorf, Espenhain und Haubitz.
1999 wurde mit der Fremdflutung begonnen.
Im ehemaligen Tagebau Witznitz II (Gelände ca 1021 ha) wurden im Betriebszeitraum ca 307 Millionen Tonnen Rohkohle gefördert, die unternehmenseigenen Brikettfabriken, den Kraftwerken Lippendorf und Thierbach zugeführt wurden.
Insgesamt wurden 643 Millionen Kubikmeter Abraum bewegt.
Bis 2010 soll der Tagebau zu drei großen Seen geflutet sein, dem Kahnsdorfer, Hainer und Haubitzer See. Letztere sind miteinander verbunden und werden auch an Pleiße und Stausee Rötha per Kanal angeschlossen. Der Kahnsdorfer See bleibt soliär vor allem dem Naturschutz vorbehalten.