Pier 17 in New York

Pier 17

 Ich war noch niemals in New York… Bis zum November 2008 konnte auch ich diesen Schlager mitsingen. Nun ist es damit vorbei und ich bedaure es nicht! Viel hatte ich von New York gehört. Mit Hilfe der Metro machte ich mir nun mein eigenes Bild: Wahlveranstaltung am Times Square, Entspannung im Central Park, Kultur in der Metropolitan Opera, Betroffenheit am Ground Zero, Gorillasuche am Empire State Building, Shopping in Greenwich Village, Finanzkriseln an der Wall Street, Geschichte schnuppern auf Freiheitsstatue und Ellis Island, außergewöhnlich Speisen in China Town, Weltfrieden stiften im UNO Hauptquartier, geplättet sein vom Flat Iron Building. Eine ganz besondere Stimmung konnte ich während eines Basketballspiels der New York Knicks im Madison Square Garden erleben. Popcorn, Hot Dog, Cola… und zu guter Letzt gewannen die Knicks sogar. Ein perfekter Abend! Alternativ kann ein solcher auch auf dem Rockefeller Center verbracht werden. Das oberste Stockwerk lässt sich bequem per Fahrstuhl erreichen und hält einen atemberaubenden Blick über New York bereit. Fotoapparat und Stativ nicht vergessen! An einem regnerischen Tag, und vielleicht auch an sonnigen, empfiehlt sich ein Besuch des MoMa, des Museum of Modern Art. Unglaublich wie aufregend und vielschichtig Kunst sein kann. Der im Eintrittspreis inbegriffene Audio-Guide erklärt ausgewählte Gemälde und öffnet den Blick für Feinheiten. Wer sich von so viel Kultur ein wenig erschlagen fühlt kann am Hudson River entspannen. Die Brooklyn Bridge bietet schier endlose Fotomotive. Und unterhalb der Brücke findet der erholungsbedürftige Tourist Bänke zum Ausspannen. Hier ließ ich mir die Zeit zu begreifen, wirklich in New York zu sein. Unglaublich! Nach ein wenig Ruhe fiel mein Blick auf ein interessantes Gebäude, das Pier 17. Sieht „unser“ Pier 1 nicht auch so aus? Ein Stück New York am Cospudener See? Halten Sie mich nicht für verrückt! Überzeugen Sie sich selbst: am Ufer des Hudson River und im Hafen des Cospudener Sees.

 

 

Die reiselustige J. Roth

 

Adyar, Kuvam und der Indische Ozean

Chennai, Indien

24.01.2009

Was für eine Reise! Als ich mich auf den Weg nach Chennai/Indien machte, zweifelte ich stark, ob ich mich wirklich zwei Monate um indische Kinder in Schule, Kindergarten und Kinderheim kümmern kann und will. Doch nach nur wenigen Tagen hatte mich diese Stadt mit ihren Menschen gefangen genommen. Laut Reiseführer ist das Herausragendste an Chennai der internationale Flughafen… Nur schnell weg! Ich erlebte Chennai aber als mein zu Hause. Mit meinem original indischen Fahrrad erkundete ich die Millionenstadt, lieferte mir Wettrennen mit Rikshaws, entdeckte erholsame Oasen der Stille, sah Armut und Verzweiflung aber auch unendlich viel Freude und Spaß am Leben, genoss unvergessliche Sonnenaufgänge über dem Meer und gewöhnte mich langsam an Krach, Gestank und Dreck. Ja, das war mein Chennai! Und ich liebte es!

An das romantische Leben am Wasser hatte ich mich ja bereits am Cospudener See gewöhnt. Chennais Flüsse Adyar und Kuvam laden aber nicht gerade zum Verweilen ein. Ein Leben am Fluss heißt hier nicht plätschernde Idylle. Der Geruch steigt bei jeder Überquerung unangenehm in die Nase. Inmitten dieser Kloake leben Familien, spielen Kinder. Um die Zukunft einiger dieser Kinder, aber auch der Kinder aus den Fischersiedlungen, Steinminen oder Kinderheimen kümmert sich die indische Hilfsorganisation „Relief Foundation“. Und ein Teil dieser Hilfe war ich. Nicht, dass die Kinder, als ich Indien verließ, fließend Englisch sprachen, nicht, dass ich sie zu perfekten Sportlern geformt hatte, nicht, dass die Kinder im Kindergarten so betreut wurden, wie man das aus Deutschland gewohnt ist. Aber mit Sicherheit hatten die Kinder viel Spaß! Und ich erst…! Die Arbeit von „Relief Foundation“ ist wichtig. Ohne ihre Hilfe würden viele Kinder nicht zur Schule gehen können, sondern auf der Straße leben, arbeiten oder in zerrütteten und gewalttätigen Familien aufwachsen.

Diese Reise war etwas ganz besonderes! Es war kein Urlaub, sondern wirklich eine lebensverändernde Erfahrung. Und so werden sie wohl bald mehr aus Indien an dieser Stelle lesen können.


Die reiselustige J. Roth

... und wieder Chennei

Er hat´s tatsächlich getan: Ich bekomme in Chennai Besuch mehr

Kalkutta liegt am Hoogly

Was für eine Stadt: Kalkutta! Die meisten Menschen, die auf Kalkutta (heute: Kolkata) angesprochen werden reagieren mit Unverständnis auf meine Begeisterung. Kalkutta sei dreckig, stickig, stinkig, arm… also eigentlich wie ganz Indien. Das ist war. Aber dass die Bewohner unfreundlich seien, stimmt einfach nicht. Ja, die Westbengalen sind etwas „dynamischer“ beim Erklären. Und Taxifahrer schimpfen auch schon mal über die Verkehrteilnehmer, die sich nicht an die Regeln halten (die für Mitteleuropäer, außer vielleicht Italiener, sowieso nicht erkennbar sind), aber dies macht nur die Besonderheit Kalkuttas deutlich! Kalkutta ist das intellektuelle Epizentrum Indiens, war lange Zeit kommunistisch geprägt (Engels und Marx begegnen einem immer wieder) und scheint vor Lebenslust einfach überzulaufen. Dies trifft für den Hooghly übrigens nicht zu. Der Hooghly -und nicht der Ganges, wie uns Bill Ramsey in seinem Lied weiß machen wollte- fristet ein im wahrsten Sinne des Wortes trübes Dasein. Und trotzdem wird er als Badewanne, Spielplatz und Ort ritueller Reinigung verwandt.

Und was lernen wir daraus? Vielleicht, dass wir Sachsen gar nicht so anders sind als die Westbengalen: Mit Marx und Engels haben wir auch so unsere Erfahrungen gesammelt, kulturell hat unser Land einiges zu bieten (vielleicht mehr als andere) und für unsere Freundlichkeit auf den zweiten Blick sind wir im gesamten Bundesgebiet bekannt. Und das Wasser spielt mit den neu entstandenen und entstehenden Seen auch eine immer größere Rolle. Wo lässt es sich besser entspannen, als bei einem Spaziergang um den Cospudener See. Gerade jetzt, wo es etwas ruhiger geworden ist rund um den Hafen.

Machen sie sich ein eigenes Bild… von Kalkutta und dem Cospudener See!


Die reiselustige J. Roth

In den Fluten der Saale

Weder besitze ich keine Finger- und Fußnägel mehr, noch sind mir die Haare ausgefallen!

Wie? Was? Ach ja, die Geschichte muss von Beginn an erzählt werden!

Schon einige Jahre verbringe ich mein Leben in Halle. Und so, wie man in Leipzig nicht umhin kommt, einmal im Cospudener See zu schwimmen, muss man in Halle durch die Saale schwimmen. Das dachte ich zumindest. Und so war die Idee geboren. Aber alleine in die Saale hüpfen… Nee! Da fiel mir eine Anzeige ins Auge: Saaleschwimmen – Durchqueren der Saale im Rahmen des Laternenfests. Ja! Kaum war die Anmeldung abgeschickt, begannen die Zweifel. Denn alle Freunde die ich ansprach, ob sie nicht mitschwimmen wollten, guckten fragend: Durch die Saale? Die ist doch mit Schadstoffen belastet! Guck doch mal wie dreckig die ist! Wirklich? Ach, das ist doch nur Schlamm… oder?! Jetzt hatte ich schon überall mit meiner Heldentat geprahlt! Ein Rücktritt kam nicht mehr in Frage! Und so kam der 26. August. Mit zwei „Handtuchhaltern“ als Beistand ging es zum Amselgrund an die Saale. Andere Wagemutige hatten sich bereits eingefunden. Vorfreude und Ungewissheit zeichnete die Gesichter der Teilnehmer. Manche sahen es als sportliche Herausforderung und platzierten sich in der ersten Reihe. Ich, überzeugter Warmduscher und Hallenbadschwimmer ordnete mich eher im hinteren Drittel ein. Und dann fiel der Startschuss! Ein wenig Cospudenfeeling kam auf, als ich über den extra aufgeschütteten Sand in die Saale stieg. Und die Saale war kalt, richtig kalt. Nein, nicht nur mir öffneten sich erschrocken die Augen. Doch Adrenalin und Gruppenzwang brachten alle schnell ins Wasser. Stromabwärts konnte man sich gut 50 Meter treiben lassen um dann wieder auszusteigen. Herrlich! Ich hatte nicht mal das Gefühl dreckig zu sein…Ehrlich! Nach dem Einheimsen von Schulterklopfern und bewundernder Blicke gab es auch noch eine Urkunde. Alle freuten sich über die vollbrachte Tat und machten sich zufrieden auf den Heimweg.

Ich ließ den Abend bei Bowle und Langos auf dem Laternenfest ausklingen und bin mir sicher: Wir sehen uns nächstes Jahr wieder… in der Saale! 

Die reiselustige J. Roth

Ein Abend an der Elbe

Ausflug nach Dresden

Das hätte ich schon fast nicht mehr geglaubt: Sonniges und spätsommerlich warmes Wetter Ende September. Ein abendlicher Ausflug in den Biergarten ist da ein Muss! Mich hatte es an diesem Wochenende nach Dresden verschlagen. Aber auch dort gibt es reichlich Einkehrmöglichkeiten. Hinzu gesellt sich das unglaubliche Ambiente dieser Stadt.

Der Abend beginnt im sich zum In-Stadtteil entwickelten Neustadt und wartet mit einer kleinen Hinterhofbar (TIKI) mit Freisitz auf, in der man unglaublich leckere Eisshakes genießen kann. Dresdener mischen sich mit Studenten und Touristen. Die Woche passiert in angeregten Gesprächen Revue. Bei Kerzenschein wird ein entspannter Abend eingeläutet. In der inzwischen hereingebrochenen Dunkelheit lässt es sich, verzaubert von der Silhouette Dresdens, wunderbar an der Elbe entlang schlendern. Die letzten Elbdampfer legen an und entlassen ihre Passagiere in den Abend, Konzertbesucher treten, noch benommen von der Klanggewalt und Schönheit der Frauenkirche, ins Freie und wieder andere genießen einfach, so wie ich, die Stadt mit dem großen Fluss. In einem der vielen Freisitze in der Altstadt lassen sich die begonnenen Gespräche bei einem Bier ausdehnen. Nach einem letzten gehe ich an der Promenade entlang und lasse die angestrahlten Prachtbauten auf mich wirken. Das Licht bricht sich im Wasser und schafft so die schönsten Fotomotive. Unweigerlich denke ich an den heimischen „Cossi“ und dessen Reflektion des abendlichen Hafens.

Die reiselustige J. Roth