Wie alles begann
Der Cospudener See wurde von 1995 bis 2000 geflutet. Pier1 entstand im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung der Städte Leipzig, Markkleeberg und Zwenkau im Jahre 1999. Zur EXPO 2000 sollten viele Unternehmen am Cospudener See ihre Projekte präsentieren - Pier1 war das einzige Unternehmen, dass am 1. Juni 2000 seine Versprechen einlöste und die ersten Hafengebäude und die Pier für die Boote baute. Hier ein paar Eindrücke, die wir den Fotografen Horst und Gilberte Günther aus Babenhausen zu verdanken haben. In der stressigen ersten Zeit sind (damals war auch Digitalfotografie erst im Kommen) viele Fotos verschollen. Vielleicht werden wir in dieser Seite wieder viele zurück gewinnen. Schicken Sie Ihre Bilder einfach an redaktion@leipzigseen.de, wenn wir die Bilder hier veröffentlichen dürfen.
Als Startpunkt stellten wir die vier letzten Strossenstellwerke, die wir freundlicherweise von der LMBV bekamen, auf den Hafendamm. Hier konnten die ersten Gäste ab Ende 1999 einen Blick über den See, Informationen zu unserem Projekt und einen warmen Kaffee bekommen.
Die grünen Strossenstellwerke wurden im Kohletagebau eingesetzt. Eine Strosse ist das "Straße" für die Kohlezüge, also das Gleis. Die Stellwerke regelten so den Zugverkehr.
Stellwerkspult im "Strossi". Wozu die Knöpfchen alle genau waren, wissen nur noch die richtigen Bergleute, die uns die späteren Seen auf der Suche nach Kohle "ausgebaggert" haben.
Die Gleise und Weichen auf dem Pult verdeutlichen die Strosse im Tagebau, die der Stellwerksmitarbeiter regeln und steuern konnte.
Im Strossenstellwerk verkauften Nicole und Pier1-Mitgründer Christian Conrad Brownies, Kaffee und Bier und informierten die Besucher gleichzeitig über den geplanten Hafen, die Liegeplätze, die Ansiedlungsmöglichkeiten für Gewerbetreibende. Auf großen Tafeln, die von den Werbeleuten und ebenfalls Pier1-Gründer Boris Janda & Jörg Roscher aus Regensburg gestaltet wurden, informierten sich die Gäste ebenfalls über die Planungen des neu gegründeten Unternehmens.
Im Strossenstellwerk, dass liebevoll von Susanne Karge und Sabine Fuchshuber geschmückt wurde, wurden die Interessenten für die Bootsliegeplätze ebenso betreut wie die Fragen der Radfahrer und Wanderer beantwortet, die den Tagebausee mehr und mehr als Ausflugsziel nutzten.
Im Strossenstellwerk zeigt sich auch der Wandel der Bergbauzeit hier in Mitteldeutschland - links der Spind der Bergleute und rechts schon das Paddel für die Bootstour im Tagebausee...
Die gewaltigen Bodenplatten für die drei im Wasser stehenden Gebäude von Pier1 wurden im Winter 1999/2000 gegossen. Eigentlich sollte das Pier weit ins Wasser ragen und eine Seebrücke werden. Aufgrund leidlich langer Bearbeitungszeiten im Bauamt rückte das Wasser immer weiter vor und das Gebäude verschob sich immer mehr in Richtung Böschung.
Eine Betonplatte liegt unter dem Boden, eine auf den Stützen darüber. Insgesamt wurde für 700.000 DM Beton verbaut.
Das Wasser rückt immer näher - "in letzter Sekunde" baute Pier1 die drei Platten für die Grüdung der späteren Hafengebäude noch im Trockenen. Bis zum Endwasserstand fehlt nur noch ca. 1,5m. Ein Bauen im Wasser hätte die Baukosten vervierfacht.
Die ersten Erkundungen auf dem See werden auf Wasserfahrrädern gemacht, die Pier1 für den Hafenbetrieb in 2000 anschaffte. Die Wasserfahrräder wurden später durch aus Kanada importierte Wassertreter ergänzt.
Noch vor dem 1.Juni 2000 baute Pier1 am Nordstrand den Schiffsanleger. Das Wasser muss noch ca. 1,50m steigen. Der erste Einstieg auf die MS Cospuden erfolgte deshalb anfangs sogar über das Oberdeck.
Anfangs hatte die Pier keine Seitenstege. Die ersten Segelboote und die Wassertreter lagen direkt an der Pier. Nach den ersten Herbststürmen mussten wir erkennen, dass man an der Luv-Seite der Pier die leichten Verleihboote nicht dauerhaft befestigen kann. So kam später der Bereich innerhalb des Hafenbeckens zwischen den Seitenstegen in Betracht.









