Leipzig Seen

Zur Entstehung des Cospudener Sees

Eine Bürgerinitiative wendet das Blatt: Vom Tagebau zur Seen-Oase

Markkleeberg
Hafen, Markkleeberg,
Hafen, Markkleeberg, Pier1,

Die Ortschaft Cospuden war ein Ortsteil von Markkleeberg. Der Name Cospuden ist auf Heinricius de Kozebude zurückzuführen, welcher im Jahre 1216 Besitzer des Gutes war. 1885 wurde die Ortschaft Cospuden zunächst nach Zöbigker und später – im Jahre 1937 – nach Markkleeberg eingemeindet. Die Ortschaft musste jedoch im Jahre 1974 dem Braunkohlebergbau im Leipziger Südraum weichen. Im Jahre 1978 / 79 erfolgte eine Teilortsverlegung Zöbigker sowie im Jahre 1984 / 86 die Teilortsverlegung Knauthain (Gut Lauer) und die Teilortsverlegung Markkleeberg (Bereich Märchenhain / Alte Ziegelei). Die Staatsstraße S 46 zwischen Markkleeberg-West und Knauthain wurde verlegt sowie zahlreiche Trassen der technischen Infrastruktur. Auch mehrere Sportplätze und die Kleingartenanlage Alte Ziegelei mussten dem Tagebau weichen. Im Jahre 1981 begannen im „Baufeld Cospuden“ des Tagebaus Zwenkau (ehemals Tagebau Böhlen) die Aufschlussarbeiten. Förderbeginn war im August 1981. Dabei nahm der Tagebau Cospuden ca. 3 km² Fläche in Anspruch, etwa 87 Mio. m³ Abraum wurden bewegt und rund 32 Mio. Tonnen Rohbraunkohle gefördert. Mit einem Abraum-Kohle-Verhältnis von 3:1 zählte dieser Tagebau zu den rentabelsten Tagebauen Mitteldeutschlands. Der Preis des Abbaus war die Zerstörung einer großen Fläche Auenlandschaft, ca. 116 ha Auenwaldbestand wurde vernichtet. Ursprünglich sollte der Tagebau Cospuden bis zum Jahr 1996 betrieben werden.

Bürgerinitiative "Stop Cospuden"

Markkleeberg, Pier1, See Cospuden,

Die politische Wende und die Bürgerinitiative „Stop Cospuden“ beschleunigten die Stilllegung des Tagebaus. Im Jahre 1990 fuhr der letzte Kohlezug aus dem Tagebau, die Restauskohlung wurde am 07.10.1992 beendet. Die Rekultivierungsarbeiten begannen im Jahre 1991, eine Ringleitung zur Wasserüberleitung aus den aktiven Tagebauen Zwenkau und Profen wurde in Betrieb genommen und so das Tagebaurestloch zwischen 1993 und 2000 geflutet. Bis zum Jahre 2000 – dem Erreichen des geplanten Seewasserspiegels – wurden aus dem Tagebau Profen täglich rund 65.000 m³ Wasser – Sümpfungswasser – eingeleitet. Eine maßgebliche Weichenstellung für die Entwicklung des Cospudener Sees erfolgte mit dem Entschluss der Städte Leipzig und Markkleeberg, sich mit dezentralen Projekten an der EXPO 2000 zu beteiligen. Im Juni 2000 wurde der Landschaftspark Cospuden im Rahmen der Expo 2000 eröffnet. Seit dem ist der Cospudener See mit jährlich rund 500.000 Besuchern einer der beliebtesten Seen des Leipziger Neuseenlandes.